Muskelkater im Hirn – Teil 4: Der Erfahrungsbericht

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Hörtrainings. Die vorherigen Teile findet ihr hier: Teil 1: Besser Hören durch Hörtrainings, Teil 2: Chancen und Grenzen von Hörtrainings und Teil 3: Der Markt und die Auswahlkriterien.

Ihr kennt mich, ich schreibe am liebsten über Dinge, die ich selbst ausprobiert habe. Und so auch hier.

An dieser Stelle der Hinweis, dass ich nur einen Anbieter probiert habe. Es macht leider nicht viel Sinn mehr als einen zu nutzen, zumindest kann man die Ergebnisse dann nur sehr schlecht vergleichen. Man kann ja immer nur ein Hörtraining zur Zeit testen, um zu wissen, wie viel es gebracht hat. Da hat aber das erste Hörtraining, was man macht, vermutlich den meisten Erfolg. Wenn man damit sein Gehör also schon fit gemacht hat, werden alle nachfolgenden Trainings – egal wie gut sie wären – nur noch wenig mehr verbessern können.

Ein Bluetooth-Lautsprecher und ein Tablet mit der terzo-App.
Foto: Doofe Ohren
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Muskelkater im Hirn – Teil: 3: Der Markt der Hörtrainings und die Auswahlkriterien

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Hörtrainings. Die ersten Teile findet ihr hier: Teil 1: Besser Hören durch Hörtrainings und Teil 2: Chancen und Grenzen von Hörtrainings.

Der Markt für Hörtrainings ist noch jung und nicht sehr groß. Da Hörtrainings nicht Bestandteil einer Standard-Hörgeräteversorgung sind, gibt es auch keine formalisierten Regeln dafür, was ein Hörtraining genau beinhalten oder erreichen muss. Ich versuche dir hier einen aktuellen Überblick über den Markt zu geben und dazu eine Liste von Auswahlkriterien, die dir helfen sollen, deine Entscheidung zu treffen.

Ein Nackenlautsprecher
Ein Nackenlautsprecher zur Verwendung in Hörtrainings. Foto: Doofe Ohren
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Muskelkater im Hirn – Teil 2: Chancen und Grenzen von Hörtrainings

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Hörtrainings. Den ersten Teil findet ihr hier: Besser Hören durch Hörtrainings.

In diesem Artikel gehe ich auf wichtige Aspekte von Hörtrainings ein. Ich hoffe, dies hilft dir zu entscheiden, ob das etwas für dich ist.

Beachte: Es geht hier ausschließlich um Hörtrainings, die für Menschen gedacht sind, die ihre Schwerhörigkeit mit Hörgeräten versorgen lassen können. Hörtrainings für Menschen mit Cochlea-Implantaten sind hier explizit nicht gemeint.

Ziele von Hörtrainings

Grundsätzlich ist das Ziel von Hörtrainings Menschen mit Schwerhörigkeit zu helfen, ihr Gehirn zu trainieren, um in Kombination mit einem Hörgerät wieder möglichst gut zu hören und weniger Hörstress zu haben.

Ein Mann, der sich beide Hände vor Erschöpfung vors Gesicht hält
Foto von Francisco Moreno auf Unsplash
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Muskelkater im Hirn – Teil 1: Besser Hören durch Hörtraining

Dieser Artikel ist der erste Teil einer Serie zum Thema Hörtrainings. Drei weitere Teile folgen in den nächsten Wochen.

Januar diesen Jahres. Mein Kollege Harald hat sich vorgenommen, etwas an seiner Fitness zu tun. Es nervte ihn, dass er nicht mehr überall mithalten konnte und der Bauchspeck war auch nicht zu übersehen. Also hat er sich ein Mountainbike gekauft, um nun die Berge rauf und runter zu flitzen. Dabei war er auch nicht geizig, sein Mountainbike war richtig teuer und kam mit allerlei coolen Eigenschaften und neustem Schnickschnack. Dann ist er dreimal damit in den Bergen gewesen. Dabei hat er festgestellt, dass das doch ganz schön anstrengend ist und ordentlich Muskelkater gibt. Seither fährt er sein Mountainbike nur noch morgens ins Dorf, wenn er beim Bäcker Brötchen holt und am Wochenende vielleicht mal durch den Park auf asphaltierten Wegen. Manchmal lässt er es auch wochenlang ungenutzt in der Garage stehen. Jetzt wundert er sich, dass er nicht fitter wird und der Bauchspeck eher mehr als weniger wird.

Ein Mountainbike an einen Baum gelehnt. Es liegt Schnee. Etwas daneben liegt ein Rucksack.
Foto von Stan Jacobs auf Unsplash
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Künstliche Intelligenz in Hörgeräten – Stand Oktober 2025

Künstliche Intelligenz (KI, oder auch AI = “Artificial Intelligence”) in Hörgeräten ist seit Jahren ein Thema. Je mehr es gehyped wird, desto unübersichtlicher wird es für uns Kunden, herauszufinden, was die KI unserem Hören denn wirklich bringt. Mit meinem Hintergrund als Informatikerin habe ich auf der EUHA 2025, dem europäischen Hörakustikerkongress, mit allen großen Hörgeräteherstellern gesprochen. Ich hoffe dir hier mit meiner Einschätzung etwas Orientierungshilfe zu geben. 

Ein futuristisches Hörgerät aus dem wie in einem holografischen Overlay Leiterbahnen kommen die zu einem Hologram eines Gehirns führen.
Das ist das, was sich die künstliche Intelligenz „Gemini“ unter künstlicher Intelligenz in Hörgeräten vorstellt.
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Die Auracast-Zukunft schnuppern

Mitte März fand in Köln der erste Tag und die Nacht der Hörgesundheit statt. Organisiert wurde das ganze vom Netzwerk Hörgesundheit, einer Gemeinschaft von Akustikern, die Hörgesundheit ganzheitlicher angehen als nur das Verkaufen von Hörgeräten. Ich hatte die Ehre, als Speakerin eingeladen zu sein, um bei einem Diskussionspanel von Betroffenen eure Stimme zu sein. Die Veranstaltung war sehr interessant und sehr gelungen (wie kann es auch anders sein, wenn ich da eingeladen bin ;)).

Leinwand eines Kinosaals mit einer Folie "Betroffenen-Panel - Nacht der Hörgesundheit" drei Kreise mit Gesichtern von Jana Verheyen, Helga Velroyen (Doofe Ohren) und Reinhold Geiss. Vor der Leinwand Sebastian Garcia Dennemark und ein (noch) leeres grünes Sofa
Kurz bevor ich auf die Bühne durfte 🙂

Eins meiner persönlichen Highlights dieser Veranstaltung war, dass ich hier zum ersten mal in den Genuss von Auracast kam. Schon während den Vorträgen, die zum Teil in einem Kinosaal stattfanden, konnte man sich Auracast-fähige Kopfhörer aufsetzen und dem Audiostream der Veranstaltung in gestochen scharfem Sound folgen.

Ein dunkler Kinosaal mit vielen Menschen. Manche haben blau leuchtende Kopfhörer auf

Das beste kam allerdings am Ende, als die After-Show-Party losging.

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Eine Woche Airpods als Hörgerät – Der Selbsttest

Apple ist ein beliebter Hersteller von Im-Ohr-Kopfhörern für hörende Menschen. Seit Ende Oktober haben sie ihrem neuesten Produkt, den AirPods Pro 2, Hörgerätefunktionen verpasst. Diese entsprechen den offiziellen Standards der amerikanischen Zertifizierung für Hörgeräte für leicht bis mittelgradige Schwerhörigkeit.

Die Airpods in ihrer Ladeschale in meiner Hand.
Taugen die Airpods als Hörgeräte?

Diese Entwicklung wurde von uns Schwerhörigen und der Hörgeräte-Branche mit Spannung erwartet. Mittlerweile gibt es Testberichte der neuen Funktion, aber die wenigsten dieser Berichte kommen von Schwerhörigen selbst. Das wollte ich ändern und so habe ich eine Woche lang die Airpods als Hörgeräte getragen und genauso ausgiebig getestet, wie ich es bei der Auswahl neuer Hörgeräte tun würde (siehe auch Wie testet man Hörgeräte richtig?). Ich habe mich bewusst in verschiedene und zum Teil akustisch herausfordernde Situationen begeben und sie mit meinen bisherigen Erfahrungen mit “klassischen” Hörgeräten verglichen.

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Auracast – Wie ist der Stand der Dinge?

Vor fast 2 Jahren berichtete ich über Die Hoffnung am Bluetooth-Himmel. Gemeint war Auracast, eine Erweiterung des Bluetooth-Standards, die mehr Verbindungsmöglichkeiten für Hörgeräte verspricht. Viel Zeit ist vergangen und langsam beginnen Hersteller, auch die von Hörgeräten, sich dieser neuen Technologie anzunehmen. Auf der diesjährigen EUHA, dem europäischen Akustiker-Kongress, habe ich die großen Hersteller nach dem Stand der Dinge in Sachen “Auracast” gefragt.

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Künstliche Intelligenz in Hörgeräten

Wie smart sind Hörgeräte wirklich?

Seit Herbst 2021 schreibe ich als freie Autorin für die Audio Infos. Dieser Artikel ist ursprünglich in der Audio Infos Ausgabe Dezember 2022 erschienen. Audio Infos ist die Fachzeitschrift für Akustiker*innen, https://www.audio-infos.de/.

Als ich im Oktober über die EUHA schlenderte, wurde ich an meine Studienzeit erinnert. Ich habe Informatik studiert und hier unter anderem die künstliche Intelligenz (KI). Dieses Schlagwort las ich auf vielen Marketingmaterialien der Aussteller. Nahezu jeder Hersteller sprach von KI und Hörsystemen, die “lernen” oder “smart” sind.

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Milder Hörverlust

Oder: Ab wann macht ein Hörgerät Sinn?

Irgendwann kommt der Tag, an dem du vielleicht feststellst „Hm, irgendwie klappt das mit dem Hören manchmal nicht mehr gut.“ So geht es vielen von uns und meistens ist das der Zeitpunkt, an dem wir zum Akustiker oder HNO-Arzt gehen und unser Gehör testen lassen. Beim Hörtest, sieht die testende Person dann auf einen Blick, ob du eine Schwerhörigkeit hat und ob diese „schlimm“ genug ist, um ein Hörgerät zu bekommen. Aber ist das wirklich so einfach?

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